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Tüttleben

Die 762 Einwohner große Gemeinde Tüttleben liegt an der B 7 zwischen Erfurt und Gotha.

 


 

Tüttleben, an der alten „Via Regia“ bzw. der heutigen Bundesstraße 7 gelegen, gehört zu den geschichtsträchtigen Dörfern unserer  Gegend. Es wird in einer Fuldaer Schenkungsurkunde „Tuteleiba“ (822 – 842) genannt:

 

 Vor 900  Tuteleibo, Tittileibe
 104  Tyteleiben
 1111  Thaotliebe
 1174  Tuteleibe
 1176  Tuteleiben
 1317  In pugeville Tuteleibin
  1228 – 1232  Tuteleben

 

sämtlich bei  „Dobenecker“  nachzulesen.

 


 

Ab 1600 erscheint der Ortsname Tüttleben.

 


 

 

Aber Tüttleben ist viel älter als urkundlich erwähnt. Bei Ausschachtungsarbeiten in der Ortslage Tüttleben, Hauptstraße 88, wurde ein Grab gefunden, leider wurde es dabei zerstört. Es konnten noch eine Tasse mit niedrigem Unterteil und ein trichterförmiger Becher mit geschweifter Wandung geborgen werden. Für die Datierung des Grabes bietet die Tasse den notwendigen Rückhalt. Dieser Typ wird als „klassische Tasse“ bezeichnet und gehört in ein fortgeschrittenes Entwicklungsstadium der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur (Bronzezeit 1700 – 1500 vor der Zeit).

 


 

Die Tüttleber Geschichte wurde vom Waid- und später vom Gemüseanbau geprägt. Daher stammt der Ausspruch „Tüttleber Krutsfuschen“. Außerdem gehörte Tüttleben zu den Freiwalddörfern.

 


 

Als „Tuteloybin“ ist es im Jahre 1378 beim Amt Gotha im Einkommensregister der Wettiner mit  Geld- und Naturalabgaben verzeichnet. Die Lage an der alten Heer- und Handelsstraße brachte dem Dorf bei jeder Fehde und jedem Krieg viel Schaden.

 


 

Die allgemeine Schulpflicht wurde 1642 eingeführt, aber bereits 1600 wird eine Schulstube erwähnt.

 


 

1855 wurde für die Sommermonate eine Kinderbewahranstalt eingerichtet. Das entspricht dem heutigen Kindergarten.

 


 

Die heutige Pfarrkirche, im Jahre 1228 erstmals erwähnt, ist im Jahre 1691 auf den Grundmauern des mittelalterlichen Vorgängerbaues errichtet und um 1700 erneuert worden. Der Turm der Kirche ist nach einer Inschrift 1463 erbaut worden.

 


 

Die Straße von Siebleben nach Erfurt wurde 1796 auf Antrag der Gemeinde über den Peter durch den Ort gebaut. Vorgesehen war der Straßenbau am Ort vorbei. Weil aber die Ortsobrigkeit auf der jetzigen Straßenführung bestand, mussten durch die Gemeinde 2000 Reichstaler Mehraufwand erbracht werden.

 


 

Durch die Gründung der LPG „1. Mai“ Tüttleben am 1.5.1953 wurde der Grundstein zur Entwicklung der Landwirtschaft gelegt. Sie entwickelte sich bis zur Wende zum größten Arbeitgeber im Ort.

 


 

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands verändert sich vieles, so wurde beispielsweise ein Gewerbegebiet erschlossen. Die Sanierung der alten Schule, des Kindergartens und der Außenanlagen konnten im Rahmen der Dorferneuerung realisiert werden.

 


 

Klaus Lewald

Bürgermeister